Golfregeln #13 – Häufige Fehler auf dem Platz | Teil 2 2017-11-09T09:19:42+00:00

Golfregeln #13
„Häufige Fehler auf dem Platz | Teil 2“

Moin meine Lieben und herzlich Willkommen zu „Golfregeln endlich verständlich“ mit mir eurem Regelpapst Silas.

Auch in der heutigen Folge möchte ich mich mit ein paar häufig auftretenden Regelfehlern beschäftigen. Welche das sind und wie ihr es richtig macht seht ihr jetzt.

Der provisorische Ball

Szene

Golfer: „Oohh man, äähh Leute ich gehe nochmal zurück und spiele einen provisorischen Ball, ja!?“

Wie oft hat man den Spruch schon gehört? Nachdem man so ein paar Minuten den Ball gesucht hat und der Spieler sagt: „Ich gehe nochmal zurück und spielen nochmal einen provisorischen Ball?“

Das geht natürlich nicht. Das ist in etwa so als würde ich nachdem mein Haus abgebrannt ist zu einer Versicherung gehen um mein Haus gegen Feuer zu versichern. Das macht auch keine Versicherung mit. Denn den provisorischen Ball zu spielen ist in etwa die Versicherung dafür nicht zurück laufen zu müssen, falls ich den ursprünglichen Ball nicht finde.





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Bewegliches Hemmnis

Es treten häufig Diskussionen auf, wie in einer Situation zu verfahren ist, wenn sich ein bewegliches Hemmnis, so wie z.B. ein 100 Meter Pfosten, in meiner Spiellinie befindet. Das bedeutet, der 100 Meter Pfosten stört mich zwar weder im Raum des beabsichtigten Schwunges noch in der Balllage noch in meinem Stand, jedoch stört es mich in meiner Spielrichtung.

Ein bewegliches Hemmnis wie dieses oder eine Harke dürfte einfach aus der Spiellinie entfernt werden.

Unbewegliches Hemmnis

Anders sieht es bei einem unbeweglichen Hemmnis aus! Eine Behinderung durch ein Hemmnis besteht immer dann, wenn der Ball darauf liegt, es berührt oder der Raum des beabsichtigten Schwunges oder der Stand des Golfers beeinträchtigt ist.

In diesem Fall ist nur die Flugbahn des Balles beeinträchtigt und deshalb bekommt der Golfer keine straflose Erleichterung. Ich dürfte also jetzt nicht den Ball dort drüben vom nächstgelegenen Punkt der Erleichterung innerhalb einer Schlägerlänge fallen lassen. Und weil dies der Fall ist, denken viele Golfer dass es eben auch nicht gestattet ist ein bewegliches Hemmnis, welches sich in meiner Spielrichtung befindet, einfach wegzunehmen oder weg zu legen.

Das müsste man sich mal so vorstellen. Angenommen ich schlage meinen Ball in die Nähe des Golfbags meines Flightpartners und jetzt steht genau dieses Golfbag in meiner Spielrichtung. Dann dürfte ich auch das nicht wegnehmen wenn dies so wäre. Das ist aber nicht so, wenn ein Hemmnis beweglich ist und sich in meiner Spiellinie befindet, dann darf ich es immer entfernen, bekomme aber keine Erleichterung von der Balllage wenn sich ein unbewegliches Hemmnis in meiner Spielrichtung befindet.

In dem Fall muss ich also um die Hütte herum oder über die Hütte hinweg spielen.





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Wasserhindernis

Auch beim Wasserhindernis treten immer merkwürdige Regelauslegungen auf. So wie hier jetzt beim umgangssprachlich frontalem Wasserhindernis, mit gelben Pfosten markiert. Höre ich ganz häufig, das wenn sich ein Spieler für die Variante entscheidet den Ball auf der Verlängerung der Linie Fahne Kreuzungspunkt, und auf dieser Verlängerung den Ball fallen zu lassen, dann bekomme ich häufig die Frage ob man dann auch den direkten Weg zur Fahne wählen muss, und wenn ich am Wasserhindernis vorbei spielen würde ob man dann Strafschläge bekäme?

Das ist natürlich totaler Humbug. Denn die Golfregeln geben nie vor in welche Richtung der Golfer zu spielen hat. Ich kann also durchaus nach hinten spielen oder rechts oder links am Wasserhindernis vorbei spielen. Ich bekomme also keine Strafe, wenn ich nicht direkt über das Wasser spiele! Es ist nur eine Hilfe damit man weiß wo man den Ball zu droppen hat das man sagt: „Das wenn man den Ball beim frontalem Wasserhindernis auf der Linie Fahne Kreuzungspunkt Verlängerung zurück, den Ball dort fallen lässt, und man dann den direkten Weg zur Fahne wählt!“

Dann muss man natürlich automatisch wieder übers Wasserhindernis spielen. Es ist aber wie gesagt nicht vorgegeben, dass man auch diesen Weg wählen muss. Ich kann also auch seitlich am Wasserhindernis vorbei spielen und bekomme dafür natürlich keine Strafschläge.

MERKSATZ

„Die Golfregeln geben nie vor, in welche Richtung der Golfer zu spielen hat.“





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Ball für unspielbar erklären

Auch beim unspielbar erklären gibt es immer wieder diskussionsbedarf. Ich möchte den Ball, weil er direkt am Baum liegt, jetzt für unspielbar erklären. Ich messe jetzt die zwei Schlägerlängen aus wo ich ihn fallen lassen möchte.

Wie gesagt, man muss die zwei Schlägerlängen nicht ausmessen! Es ist durch die Golfregeln nicht vorgegeben dies zu tun, es macht jedoch viel Sinn damit es keine unnötigen Diskussionen gibt.

Ich nehme also den Ball jetzt auf und lasse ihn regelkonform innerhalb dieser zwei Schlägerlängen fallen. Und siehe da, der Ball rollt erneut in eine andere unspielbare Lage. Und dann fragen sich die Leute immer ob man dann nochmal droppen dürfte? Weil ich habe ihn ja gerade für unspielbar erklärt, bekomme einen Strafschlag, habe ihn fallen lassen und er rollt wieder in eine unspielbare Lage oder sogar in dieselbe unspielbare Lage zurück. Und da muss man sich merken in dem Moment wo man den Ball hat fallen lassen, war der Ball im Spiel. Und die Lage die er jetzt hat, die ist neu zu bewerten.

Das heißt, entweder muss ich den Ball jetzt spielen wie er liegt oder ich muss ihn erneut für unspielbar erklären und einen Strafschlag erneut kassieren. Deshalb ist es ratsam, wenn man den Ball fallen lässt, immer erstmal die Lage zu sondieren, wo lasse ich den Ball fallen, wohin könnte der Ball rollen damit so etwas eben nicht passiert.

Nun wünsche ich euch wie immer ein schönes Spiel und wenig Putts.

Euer Silas

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